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2007 wurde das Krügerhaus mit Mitteln der Dr.-Erich-Krüger-Stiftung und öffentlichen Fördermitteln saniert und als Ausstellungsort von Mineralen aus Deutschland gestaltet. - © TU Bergakademie Freiberg
08.08.2022

Dr.-Erich-Krüger-Stiftung fördert grüne Innovationen für die Region

Infrastrukturdefekte erkennen, bevor Schäden auftreten; Aluminium schmelzen ohne Erdgas; das Hochtechnologie-Metall Zinn energieschonend gewinnen: Diese drei Projekte fördert die Dr.-Erich-Krüger-Stiftung in den kommenden Jahren. Die private Stiftung unterstützt seit 2006 anwendungsorientierte Forschung an der TU Bergakademie Freiberg.

 

Drei Forschungsprojekte ausgewählt

Prof. Jörg Benndorf, Experte für Geomonitoring und Markscheidewesen, entwickelt mit seinem Team ein hochpräzises Messsystem für Deformations-Monitoring bei Neigungs-, Distanz- und Setzungsänderungen in industriellen Einsatzgebieten. Damit sollen künftig beispielsweise Brückenschäden oder sich andeutende Defekte in Kavernenfeldern und im Untertagebergbau rechtzeitig erkannt werden. Auch bei Bergbaufolge-Projekten kann das Messsystem zur Sicherung beitragen.

CO2-Emissionen beim Schmelzen von Aluminium zu vermindern, ist das Ziel des Vorhabens des Gießerei-Instituts. Induktiv beheizte Heißgas-Fackeln sollen Erdgasbrenner ersetzen, die heute in industriellen Schmelz-und Wärmebehandlungsöfen eingesetzt werden, so die Idee von Prof. Gotthard Wolf. Wird dabei grüner Strom verwendet, wird dieser Prozessschritt vollständig CO2-frei.

Zinnerze sind sehr widerstandsfähig und schwer aufzubereiten. Damit entstehen sehr hohe Energiekosten. Das Team um Prof. Alexandros Charitos entwickelt eine neue Technologie, mit der Zinn durch Laugung und Elektrolyse in wässrigen Lösungen bei geringen Temperaturen gewonnen werden kann. Im Erfolgsfall würde dies zu einer erheblichen Verbesserung der Marktfähigkeit des Zinns aus regionalen Erzlagerstätten im Erzgebirge führen.

Ziel der Förderung ist stets, die praxis- und anwendungsbezogene Forschung der TU Bergakademie Freiberg zu unterstützen und deren Ergebnisse in Sachsen umzusetzen und Arbeitsplätze zu schaffen. Kooperationen mit Unternehmen aus der Region sind fester Bestandteil des Programms. In der Förderrunde 2022 liegt der Fokus auf Nachhaltigkeit in Bergbau und Metallurgie. „Die Krüger-Stiftung ermöglicht der TU Bergakademie Freiberg, hochaktuelle Schwerpunkte mit Bezug zur regionalen Wirtschaft zu setzen und damit einen Beitrag zur nachhaltigen Ressourcensicherung der Zukunft zu leisten“, so der Prorektor für Forschung der TU Bergakademie Freiberg, Prof. Jörg Matschullat.

Außerdem fördert die Stiftung die Digitalisierung einer historischen mineralogischen Sammlung von Johann Friedrich August Breithaupt (1791-1873), der von 1826 bis 1866 Professor für Mineralogie in Freiberg war.

 

Hintergrund: Aktivitäten der Dr.-Erich-Krüger-Stiftung an der TU Bergakademie Freiberg

Der Vorstand der Stiftung entscheidet in Zusammenarbeit mit dem Rektorat der TU Bergakademie Freiberg über Investitionen aus den Stiftungsmitteln. Neben anwendungsbezogenen Forschungsprojekten fördert die Stiftung auch die Anschaffung von Großgeräten sowie Stipendien für wissenschaftlichen Nachwuchs. Mit der Veranstaltungsreihe Krüger-Kolloquium gewinnt die Freiberger Universität Persönlichkeiten aus Wissenschaft, Wirtschaft und Politik für Vorträge vor einem breiten Publikum. Das Krügerhaus, das eine Sammlung von Mineralen aus Deutschland ausstellt, und das Gästehaus „Chile-Haus“ stehen der Universität dank des Engagements der Stiftung zur Verfügung.

tu-freiberg.de

Schlagworte

AluminiumDigitalisierungForschungMetallurgieNachhaltigkeitSchmelzen

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